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Safari-Helicopter D-HGBW

Fazit D-HGBW

Stand Juni 2006

Was ist Stand der Dinge. ?

Seit 2003 fliegen wir mit der VVZ. (Vorläufige Verkehrszulassung).
Diese muss man halbjährlich über das LBA verlängern. Das ist zwar ein gewisser Aufwand, andererseits könnten wir noch Änderungen an dem Gerät vornehmen, was nach der endgültigen Zulassung nicht mehr so einfach wäre.

Änderungen.?

Ja, da haben wir schon einiges ausprobiert.

Im April 2004 hat CHR eine Änderung vorgeschlagen, die das
Autorotationsverhalten noch etwas verbessern sollte.

Die Maßnahme war, den vorderen Teil der Rotorblätter mit Gewicht zu beschweren. Um dies zu erreichen, musste ein Loch ins Rotorblatt gebohrt werden. Die Bohrung ist etwa 20 cm von der Blattspitze weg und so tief, dass man das innere Rohr im Blatt „einseitig“ durchgebohrt hatte, um es von hier aus zu befüllen.
In dieses „Füllloch“ wurde dann noch ein Innengewinde geschnitten, damit man das Loch mit einer Schraube schließen konnte.
Also besorgte sich Bernhard kleine Bleikugeln aus dem Schiffs-Modellbau. In jede Blattspitze wurden diese Kügelchen (ca. 1 mm Durchmesser) mit Harz eingegossen. Ca. 480 Gramm (1 pound) in jedes Rotorblatt. Die Wirkung kann man sich vorstellen. Diese Arbeit musste natürlich exakt ausgeführt werden. Bis auf’s Gramm genau.!

Danach war natürlich wieder ein „Auswuchten“ der Rotorblätter notwendig.! Weitere stundenlange Arbeit. Aber immerhin, die Wirkung war nicht schlecht.

Im Spätjahr 2004 hat CHR werksseitig die Rotorblätter überarbeitet. Es hat hier mehrere Schritte gegeben. Der erste sichtbare Schritt war, von abgerundeten Blattspitzen auf gerade Blattspitzen zu gehen. Das sollte zum einen das Auswuchten erleichtern, und zum anderen den Fertigungsprozess verkürzen. Die Rotorblätter werden ja in Handarbeit hergestellt. Und da sind ein paar Gramm mehr oder weniger Harz immer drin, so dass die Blätter eigentlich nicht exakt schwer sein können. Und „gerade“ abgeschnittene Kanten bringen einfach mehr Präzision. Man erhoffte sich auch die Vibrationen, die in jedem Hubschrauber mehr oder weniger vorhanden sind, weiter in den Griff zu bekommen. Leichte Verbesserungen hat das auch gebracht. Man konnte das am 2.Safari in Deutschland (gehört Hansi Bader ) nachvollziehen. Leider hat das nicht alle Schwingungsprobleme gelöst.

Im Jahr 2005 kam die nächste Überarbeitung. Dabei wurden die Blätter auf jeder Seite ca. 3 inch länger, also knapp 8 cm, jede Seite. Die geraden Blattspitzen wurden beibehalten. Der Effekt war, dass sich durch diese Maßnahme der Auftrieb ohne zusätzliche Motorleistung um ca. 20 kg verbessert hat.! Weitere Verbesserung im Vibrationsverhalten wurde versprochen.

Das hat uns dazu bewogen, diese Rotorblätter nachzuinstallieren. Also haben wir einen Satz in Canada bestellt. Wieder ein paar Tage Arbeit. Und wieder wuchten.!

Das Ergebnis war:

· Das Autorotationsverhalten hat sich durch die längeren Rotorblätter nochmals
  deutlich verbessert. Im Flare, fast wie ein Segelflieger! Der Hubi bäumte sich
  fast auf, so viel Auftrieb wurde erzeugt.

· Gleiches Verhalten mit Vibrationen. Wenn die Kraftstofftanks voll waren, war
  alles perfekt. So wie man sich einen Hubschrauber wünscht. Wenn die Hälfte
  ausgeflogen war, sind zunehmend die Vibrationen wieder aufgetreten. Also
  nur die halbe Lösung des Problems. Aber um Erfahrung waren wir wieder
  reicher.

Im Juli 2005 hatten wir anlässlich eines Besuches des AIRVENTURE in OSHKOSH eine weitere Modifikation an den Steuerstangen uns direkt vor Ort an einem Werks-Safari angeschaut. Es wurden Umlenkhebel herausgenommen. Damit gehen die Steuerstangen jetzt direkt von der Kabine zur Taumelscheibe.

Wir haben es im Flug ausprobiert und das Ergebnis war gut. Also neue Umbauaktion.
Und wieder wuchten.!

Aber: Jetzt waren die restlichen Vibrationen immer gleich, egal wie voll die Tanks waren. Geschafft.!

Da bereits klar war, dass wir einen 2. Safari bauen haben wir uns entschlossen, unsere „originalen“ Rotorblätter mit den runden Blattspitzen wieder zu installieren.

Wir haben dann den 2. Bausatz ohne Rotorblätter bestellt, da wir ja schon einen neuen Satz mit den längeren Massen hatten. Es wäre zu schade gewesen, einen guten Satz Rotorblätter nutzlos herumliegen zu lassen. Zumal diese Rotorblätter gar nicht der eigentliche Anlass der Vibrationen waren.

Die Vibrationsprobleme sind damit endgültig „im Griff“.

Im Sommer 2005 hat CHR ein neues Kombi-Gerät „Rotor-Tach“ vorgestellt. Es ersetzt das bisherige Anzeigegerät Motor/Rotordrehzahl.

Das war gut so. Das alte Gerät war mehr ein „Schätz“ als Messinstrument.! Das neue ist jetzt elektronisch und wird bei jedem Start automatisch kalibriert. Das alte „Schätzinstrument“ war mit Sicherheit auch für so manche kritische Situation verantwortlich, weil man unbewusst oder unbemerkt „Unter“ oder „Überdrehzahl“ hatte. Das neue Gerät hat jetzt auch eine Warnlampe für diese Fälle eingebaut.
Ein erheblicher Fortschritt und Sicherheitsgewinn.

http://www.acehelicopter.com/builderssite/protected/upgrades/rotortachalarm.htm

Was fehlt uns noch zur endgültigen Zulassung.?

Lärmmessung.!

Da unser Safari der erste dieser Art in Deutschland ist, ist eine Lärmmessung vor der endgültigen Zulassung erforderlich. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten.

Eine Möglichkeit ist das bei der DFVLR in Braunschweig machen zu lassen. Das ist allerdings mit erheblichen Kosten verbunden (ca. 5.000 Euro). Zudem muss es an dem Tag der Messung relativ windstill sein und es darf nicht regnen. Man läuft also Gefahr nach Braunschweig zu fliegen, das Wetter ändert sich und man sitzt entweder vor Ort bis es windstill ist, oder man fliegt ergebnislos wieder nach Hause.!

Eine andere Möglichkeit ist die Zuhilfenahme der OUV. Allerdings gab es bisher diese Unterstützung für Drehflügler nicht. Nur Flächenflugzeuge durften von der OUV „Lärm vermessen“ werden.

Wir haben dann nach einer Lösung gesucht, die das alles billiger und einfacher macht.

In Zusammenarbeit mit Herrn Styrsky von der OUV, Herren Düsing und Westphal vom Luftfahrt Bundesamt, haben wir es hinbekommen, dass unser Flugplatz in Lahr (EDTL) als offizielle Messstelle für Lärmmessungen der OUV zugelassen ist.!

Herr Styrsky hat viel Zeit und Arbeit aufgewendet, um sich mit den Eigenheiten einer Lärmvermessung für Drehflügler vertraut zu machen. Wir wollen im Laufe des Juni 2006 diese Lärmmessung durchführen. Das Ergebnis ist noch abzuwarten. Wir sind zuversichtlich.!

Wenn wir die Lärmmessung hinter uns haben, dürften wir mindestens 90 % der Arbeit zur endgültigen Zulassung erreicht haben.

Zusammengefasst kann man sagen:

Heute haben wir einen wirklich in jeder Hinsicht zufrieden stellender Hubschrauber. Es macht viel Spaß mit ihm zu fliegen. Er fühlt sich absolut gut und „vertrauenerweckend“ an.

Durch die einfache und sehr übersichtliche Vorflugkontrolle, kein Schraubenzieher notwendig, nichts muss aufgemacht werden etc, ist es in kürzester Zeit möglich, wieder einmal eine „Runde“ zu drehen. Die meiste Zeit braucht man hinterher, um die Fliegen wieder von den Rotorblättern zu entfernen. Aber das kennen wir ja schon.

Die Sicht ist sehr gut, der Verbrauch mit 35 Liter in Ordnung.

Die Geräusche und die Zuverlässigkeit des Lycoming sind uns auch jahrzehntelang bekannt und vertraut.

Die Wartungsintervalle sind sehr lang (Zelle 250 Stunden, Motor 50 Stunden), die Kosten bewegen sich auf Kleinwagen-Niveau.

Und: Wenn man zu einer Flugveranstaltung fliegt, man ist der absolute Exote.!
Die Leute fragen und fragen und fragen ….

Das entschädigt doch wieder für die Arbeit. Schade, dass man in Deutschland nicht grundsätzlich „Außenlanden“ darf, was in vielen anderen Ländern überhaupt kein Problem darstellt. Das wäre dann eine richtige Bereicherung. Aber vielleicht macht’s die EU ja einmal möglich. Schauen wir mal….

Gedauert hat das sicherlich länger als ursprünglich gedacht In Anbetracht dessen dass das ganze in unserer Freizeit geschehen muss, ist das jedoch als normal anzusehen. Zudem hat der lange und selbst für unsere Verhältnisse sehr kalte Winter 2005/2006 uns monatelang nicht motivieren können, wieder einmal etwas zu tun. Nach einer halben Stunde am Flugplatz ist man wieder mit kalten Füssen nach Hause gefahren und hat gedacht, „das muß nicht sein“. Der nächste Sommer kommt bestimmt.

Und nun schreiten wir zum Bau des 2. Safari. Wir wissen ja, was uns erwartet ….
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